Oberliga
Mittwoch, 06.12.2023 11:42 Uhr | Ingo Poppen

Weihnachtssingen und Nikolaus-Heimspiel: „Erwarte eine besondere Atmosphäre“

André N’Diaye trifft am Mittwoch auf seinen Ex-Verein Arminia Hannover / Kickers kann Tabellenführer werden

An die ersten beiden Tore von André N’Diaye im Ostfriesland-Stadion dürften sich die Fans von Kickers Emden nur mit Schrecken erinnern: Der 22-Jährige schnürte am 8. Mai 2022 innerhalb von drei Minuten einen Doppelpack - und besiegelte damit eine unerwartete 2:4-Heimniederlage der Ostfriesen gegen Arminia Hannover. Es war die bislang letzte Partie zwischen beiden Mannschaften. Seither hat sich einiges getan: N’Diaye wechselte wenige Wochen nach seinem Galaauftritt in Emden zu Kickers, entwickelte sich schnell zum Stammspieler - und trifft im Nikolaus-Heimspiel am Mittwochabend (19 Uhr) auf seine Ex-Kollegen. „Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen“, sagt N’Diaye. „Ein Spiel gegen seinen ehemaligen Verein ist immer besonders.“

Eine einzigartige Atmosphäre wird schon weit vor dem Anpfiff des letzten Kickers-Heimspiels des Jahres im Ostfriesland-Stadion herrschen, schließlich steht das Herzstück der Retter-Kampagne (www.wir-retten-kickers.de) auf dem Programm: das Weihnachtssingen. Das festlich beleuchtete und geschmückte Ostfriesland-Stadion wird bereits um 17 Uhr geöffnet. Ab 17.40 Uhr werden dann gemeinsam Weihnachtslieder gesungen - im besten Fall vom größten Freiluft-Chor Ostfrieslands. Untermalt wird die Aktion vom Emder Chor „Ligante“ mit mehr als 40 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Julia Gruppe-Dörr.

André N'Diaye trifft mit Kickers am Mittwochabend auf seinen Ex-Verein. Foto: Jens Doden

Insgesamt 2000 Kerzen sollen am Eingang verteilt werden. Außerdem können sich die Kickers-Fans auf zahlreiche Weihnachtsaktionen mit Nikolaus, Glühwein, Waffeln, Verlosung und Geschenken freuen. Alle Einnahmen fließen in die Retter-Kampagne, bei der bislang fast 30.000 Euro gesammelt wurden.

Nach den weihnachtlichen Klängen von den Rängen wollen André N’Diaye und Co. auf dem Rasen dafür sorgen, dass sich der Besuch auch in sportlicher Hinsicht lohnt. Schon mit einem Unentschieden gegen den Vorletzten würde Kickers (29 Punkte/14 Spiele) mit dem TuS Bersenbrück (30 Punkte/16 Spiele) gleichziehen und wegen der besseren Tordifferenz die Tabellenführung übernehmen. Doch die Emder peilen den siebten Sieg im achten Heimspiel an. „Wir müssen Arminia unser Spiel aufzwingen und einfach das zeigen, was uns in den vergangenen Wochen so stark gemacht hat“, sagt N’Diaye.

Dazu gehört unter anderem die defensive Stabilität: Die Emder sind seit acht Spielen ungeschlagen und kassierten in dieser Zeit lediglich sechs Gegentreffer - drei davon allerdings beim Schlamm-Spektakel gegen den TuS Bersenbrück (4:3). Einen großen Anteil daran, dass die Ostfriesen mit 18 Gegentreffern die wenigsten der Liga kassiert haben, hat auch André N’Diaye. Der 22-Jährige stand in jeder Oberliga-Partie von Beginn an auf dem Platz und spulte nach Tido Steffens die zweitmeisten Minuten im Kickers-Trikot ab - und das zumeist auf einer für ihn eher ungewohnten Position. „Eigentlich spiele am liebsten Rechtsaußen“, sagt N’Diaye und lächelt. Bei Kickers wusste er in den vergangenen Wochen deutlich defensiver zu überzeugen: als Linksverteidiger. „Das ist kein Problem, weil ich auch in der U19 des TSV Havelse und zu Beginn meiner Zeit bei Arminia dort gespielt habe.“

Ohnehin stellt sich Emdens Nummer 19 gerne in den Dienst der Mannschaft - und warnt eindrücklich vor seinen ehemaligen Teamkollegen. „Arminia hat viele gute Einzelspieler, die in der Offensive den Unterschied ausmachen können, sobald man sie spielen lässt.“ Diese Qualitäten konnten die Grün-Weißen in dieser Spielzeit viel zu selten zeigen: Hannover holte aus 15 Partien bisher neun Punkte, feierte nur zwei Siege und steckt mittendrin im Abstiegskampf. Der letzte Erfolg gelang Arminia Anfang September beim 3:1 in Rotenburg. 

Zweifacher Torschütze war David Lucic, mit fünf Treffern der beste Hannoveraner Schütze der aktuellen Saison. Der 24-Jährige führte seine Arminia beim letzten Auftritt im Ostfriesland-Stadion am 8. Mai 2022 übrigens als Kapitän aufs Feld - und traf doppelt. Genau wie André N’Diaye. Der Emder Dauerbrenner wünscht sich ein erfolgreiches Wiedersehen mit seinem Ex-Klub: „Ich erwarte eine besondere Atmosphäre im Stadion und hoffe, dass wir unseren Fans im letzten Heimspiel des Jahres noch einmal einen Sieg schenken können.“

Kickers Emden

1. Mannschaft

4:1 (2:0)

Arminia Hannover

1. Mannschaft

88'
Tor
Tor
84'
Tor
Tor
56'
Gelbe Karte
Gelbe Karte
46'
Tor
Tor
33'
Tor
Tor
9'
Tor
Tor
8'
Gelbe Karte
Gelbe Karte
Aufstellung
BSV: Djokovic, Herbst, Steinwender, Lameyer, Schiller, Steffen, Eilerts, Siderkiewicz, NDiaye, Steffens, Engel
: Geesmann, Alten, Schenk, Lucic, Prior Bautista, Ballerstedt, Stiller, Kranz, Sayed, Bahls, Rutkowski